Fibonacci ist tot (1994/95)
für Querflöten und elektronische Musik

Die Komposition entstand im Zeitraum Juni 1994 bis zur Beendigung der Abschrift im Januar 1995, als Kompositionsauftrag für meinen Freund Dietmar Wiesner, mit dem ich seit einigen Jahren eng zusammenarbeite.
Auf der ständigen Suche nach Inhalten, Stoffen und Ausgangspunkten für neue Kompositionen, benutzte ich die Fibonacci-Zahlenreihe, um Dauer, Intervallik, Harmonik und teilweise auch die Rhythmik des Stückes zu determinieren; die anderen Parameter behandelte ich eher frei.
Nach einiger Zeit der Auseinandersetzung mit der Materie, dem Erstellen von Formeln, Reihen und Multiplikatoren zur Berechnung der Lägen und Tempi, fühlte ich mich durch die serielle Kompositionsweise zunehmend beengt und sann nach Auswegen, Einschüben , Brüchen und selbstironischen Bildern, um das Korsett der strukturellen Vorgabe durch klanglich-theatralische Ereignisse, geprägt durch überwiegend persönliche Erlebnisse, zu bereichern.
Das Achtspurtonband und die Flötenstimme enstanden zeitgleich. Viele elektronische Klangfarben sind bearbeitete, digitalisierte Flötenklänge, die mit synthetisch erzeugten Klängen, unter der Prämisse sich kontrastierend bzw. korrespondierend zur live-gespielten Flötenstimme zu verhalten, gemischt wurden.
Dieses Stück ist ganz bewußt für einen Musiker geschrieben, den ich kenne und schätze und dessen musikalische Ausdrucksmöglichkeiten ich beim Entstehungsprozeß vor Augen hatte; für mich die einzige Motivation noch ein Stück dem Fundus der Flötenliteratur hinzuzufügen, abgesehen davon, daß ich die Querflöte als Instrument und Klangfarbe reizvoll empfinde.