IN SICH/AUSSER SICH (1991)

für 6-kanaliges Tonband, akustisches und elektrisches Schlagzeug
und midifizierte Posaune
UA am 2.11.1991 in der Alten Reithalle/Stuttgart
mit Michael Svoboda-Posaune
Andreas Böttger-Schlagzeug und Simon Stockhausen-Klangregie

 

In dieser Komposition greife ich Ideen aus der Chaosforschung auf und versuche die Erkenntnisse der Chaosforscher auf dem Gebiet der Fraktalanalyse in musikalische Formen umzusetzen. Die überall in der Natur zu beobachtende Selbstähnlichkeit der Dinge, d.h. die formale und strukturelle Übereinstimmung der kleinsten Bestandteile eines Objektes oder eines Vorgangs mit seiner äusserlich sichtbaren Form und Struktur bildet den Ausgangspunkt dieser Komposition, die ich für das Duo Metal Brass mit den Solisten Michael Svoboda(Posaune)und Andreas Böttger(Schlagzeug)als Auftragskomposition für das Land Baden-Württemberg geschrieben habe.

Jede einzelne unser Körperzellen trägt die gleiche genetische Information in sich, welche die Parameter unseres Körpers bestimmen, und somit habe ich in der elektronischen Musik die zeitlich drastisch gestauchte Formel des Stückes an den Beginn jedes formalen Abschnittes (es gibt derer 12 mal 12) gesetzt. Das einzelne Klangereignis als Fraktal des Ganzen.
Jeder der 12 großformalen Abschnitte hat eine eigene Kombination von Klangfarben wie z.B. Holz-und Metallklänge, Menschen-und Wasserklänge, Kriegs-und Luftklänge, Feuer-und Glasklänge, Tier-und Maschinenklänge etc.

Die beiden Solisten spielen auskomponiert mit und gegen die Tonbandmusik, synchronisiert durch eine Taktspur, und verdeutlichen durch außermusikalische Aktionen wie Wasser trinken, Glas zerschlagen, Himbeerquark mixen die Klangwelt des jeweiligen Abschnittes.