Home

 

Minimal Nightmare

Minimal Nightmare hat seine Ursprünge in von (Alp)träumen inspirierten Klangbildern, die überwiegend nachts entstanden sind. Vor einigen Jahren habe ich damit begonnen, die Technik des luziden Träumens zu erlernen, man wird sich durch gewisse Übungen nach und nach bewusst, dass man träumt und kann im Traum die Ereignisse manipulieren, verändern, zum Besseren wenden. Auch das bewusste Verlassen eines Traums ist möglich, da man sich bewusst ist, dass man träumt. Alpträume verlieren so viel von ihrem Schrecken, die surrealen Traumwelten bleiben viel klarer in Erinnerung, schenken einem gelegentlich Erkenntnisse und dienten mir in den letzten zwei Jahren oft als Inspirationsquelle für elektronische Klanglandschaften.

Da es eine Bedingung des luziden Träumens ist, nach dem Aufwachen ganz wach zu werden, um die Grenze zwischen Realität und Traum deutlich zu verspüren, bin ich oftmals nachts um 3 dann hoch in mein Studio gegangen und habe die soeben erlebten Träume bis zur aufgehenden Sonne in Klänge verwandelt. Diese Transformation ist nicht immer ein bewusster Vorgang, die Klangtexturen ergeben sich oftmals von selbst.
In diesen Soundscapes verarbeite ich auch immer wieder reale, gefundene Töne, die ich auf meinen zahlreichen Klangreisen im In- und Ausland sammle. So dienen ganz reale akustische Erfahrungen aus meinem Leben, die auch in vielen Träumen wieder auftauchen, als Ausgangspunkt für diese auditiven Bilder, die immer wieder von rhythmischen Passagen durchsetzt sind. Elektronische, reduzierte Grooves und minimale, repetitive Sequenzen erden diese mystischen, dunklen, kalten, gelegentlich euphorischen und oftmals emotional geprägten Klangkompositionen.

Das ursprünglich rein elektronische Studioalbum Minimal Nightmare wurde zum Anlass der von Daniel Kühnel - dem Intendanten der Hamburger Symphoniker - initiierten Uraufführung auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf am 1. September 2012 für ein 16-köpfiges Streichorchester, Altsaxophon, Schlagzeug, E-Bass und Live-Elektronik erweitert und auskomponiert.
Ein Video-Künstler (Aron Kitzig) kontrapunktiert die Musik und erzeugt eine weitere abstrakte, unwirkliche Ebene. Die Verbindung elektronischer Musik mit akustischen Instrumenten fasziniert mich seitdem ich Musik mache, diese Faszination findet in in diesem Projekt einen mich erfüllenden Ausdruck. Die elf ineinander übergehenden Einzelkompositionen spiegeln auch die stilistische Bandbreite wieder, die mich aus- oder eben nicht ausmacht, ich habe hier bewusst versucht, mich nicht selbst zu zensieren.

Minimal Nightmare ist ein sehr persönliches Projekt, spiegelt diese Musik doch ein Stück weit mein Unterbewusstsein wieder, denn Träume kommen meistens direkt dort her.