TWELVE TONE PUPPIES (1995)

für Sopransaxophon und 8 - kanaliges Tonband

Anfang Juni 1995 warf meine Hündin Gina elf Hundebabys. Nachdem meine Frau und ich die Geburt auf Video festhielten, begann ich in der darauffolgenden Zeit, Tonaufnahmen der Piepser, Schreie und Sauggeräusche zu machen und mir wurde schnell klar, daß ich aus diesem Material ein neues Stück komponieren würde, da ich solche wunderbaren Klänge vorher noch nie gehört hatte. So entstand in den nächsten Wochen und Monaten, bis die Kleinen aus dem Haus waren, etwa eine Stunde Rohmaterial, das ich dann zu einem Stück formte.
Ich entwarf ein Formschema, in dem jedes der 11 Babys seinen Abschnitt bekam, selektierte die interessantesten Aufnahmen und überspielte jeden Teil auf eine digitales 8-Spur-Magnetophon, das ich dann mit einem Computersequenzer verkoppelte, um die gesungenen Melodielinien der Hunde Ton für Ton mit elektronischen Klängen nachzuspielen. Da die Kleinen nicht nur sangen, sondern zusammen mit ihrer Mutter auch sehr vielerhythmische Sequenzen erzeugten, begleitete ich diese mit Schlagzeug- und Geräuschklängen.
Das Prinzip des Formschemas sah vor, eine Pyramide von zunehmend durch Transposition verfremdeten Klangschichten zu konstruieren, so das am Ende alle elf Teile gleichzeitig inverschiedenen Tonlagen erklingen würden. Leider endet das Ganze etwas traurig, da eines der Hundebabys, kurz nachdem wir es zu einer Familie gegeben hatten, von einem Auto überfahren wurde.
Während des Entstehungsprozesses merkte ich, das fast alle gefundenen Töne im Tonhöhenbereich meines Sopransaxophons lagen, und so entschloß ich mich, die Hauptstimmen der Welpen live mitzuspielen.
Die Erfahrung dieser Komposition hat meine Ohren noch mehr als zuvor für alle uns Menschen umgebenden Töne sensibilisiert.

MP3 TWELVE TONE PUPPIES (nur elektronische Musik)