Stahlgeist


für Schlagzeug, Posaune, Digeridoo, Synthesizer,
achtkanaliges Tonband und Tanz ad. lib.
uraufgeführt in der Kraftzentrale des Stahlwerks Dusiburg-Meiderich im Sommer 1993

Eine alte verlassene Fabrik
dort hausen Geister, sie können nicht entfliehen
einst bewohnten sie die Körper derer, die hier arbeiteten
auf ewig gefesselt, in Stahl gegossen

Klangfenster klingen durch künstlichen Nebel
Paukenschläge, runterkrachende Stahlteile, elektronische Collage
der Kaiser ruft!
an Stahlketten geschmiedete Figuren schleppen sich durch den gigantischen Raum, ein Dijeridu spielt uns in Trance
Remineszens an die Blütezeit des Stahls
Gegensätze im endlos hallenden Raum
ein Taubenpaar singt im Duett
Stahlhelme und Granatenhülsen sind allgegenwärtig
Alles wird zu Musik:
die Erinnerung
der Krieg
unser Kaiser
der Stahl
Verschmelzung zu einer Wand von Klang durchzogen von Stahlgeistern...